Stand: September 2026
Im Herbst stellt sich in jedem Fuhrpark dieselbe Frage: Sind alle Firmenautos rechtzeitig winterfest? Österreich und Deutschland regeln die Winterreifenpflicht unterschiedlich. Hier finden Sie die Regeln beider Länder im Überblick und eine Checkliste, wie Sie den Reifenwechsel für die ganze Flotte planbar machen.
Das Wichtigste in Kürze
- Österreich: Vom 1. November bis 15. April gilt für Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen eine situative Winterausrüstungspflicht. Sie greift bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen.
- Österreich: Winterreifen brauchen mindestens 4 mm Profiltiefe (Radialreifen) bzw. 5 mm (Diagonalreifen).
- Deutschland: Es gibt kein festes Datum. Winterreifen sind Pflicht, sobald Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte herrschen.
- Deutschland: Seit 1. Oktober 2024 zählen nur noch Reifen mit Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke) als Winterreifen.
- Für Fuhrparks: Wer Reifenwechsel, Werkstatttermine und Fahrzeugverfügbarkeit zentral plant, vermeidet Ausfälle und Lücken.
ATÖsterreich: Winterreifenpflicht vom 1. November bis 15. April
Wann gilt die Pflicht?
In Österreich gilt vom 1. November bis 15. April des Folgejahres für Lenkerinnen und Lenker von Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht eine situative Winterausrüstungspflicht. Das bedeutet: In diesem Zeitraum müssen bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen, also bei Schnee, Schneematsch oder Eis, Winterreifen auf allen Rädern montiert sein. Rechtsgrundlage sind das Kraftfahrgesetz (§ 102 KFG) und die Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung (§ 4 KDV).
Für die Praxis heißt das: Ist ein Firmenauto am 1. November noch mit Sommerreifen unterwegs und es schneit, darf es so nicht gefahren werden. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen unterliegen eigenen, strengeren Regeln.
Welche Reifen gelten als Winterreifen?
Als Winterreifen gelten Reifen mit der Kennzeichnung „M+S“, „M.S.“ oder „M&S“, auch mit zusätzlichem Schneeflockensymbol. Das gilt auch für Ganzjahresreifen mit dieser Kennzeichnung. Entscheidend ist zusätzlich die Mindestprofiltiefe:
- Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen: mindestens 4 mm bei Radialreifen, 5 mm bei Diagonalreifen
- Lkw über 3,5 Tonnen: mindestens 5 mm bei Radialreifen, 6 mm bei Diagonalreifen
Ein Reifen mit zu wenig Profil gilt in Österreich also nicht mehr als Winterreifen, auch wenn er die Kennzeichnung trägt.
Schneeketten als Alternative
Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen dürfen auch mit Sommerreifen und Schneeketten fahren, wenn die Straße durchgängig oder fast durchgängig mit Schnee oder Eis bedeckt ist. Die Ketten müssen dann auf mindestens zwei Antriebsrädern montiert sein. Für den Alltag im Fuhrpark ist das eher eine Notlösung als eine Strategie.
DEDeutschland: Situative Winterreifenpflicht ohne festes Datum
Wann gilt die Pflicht?
In Deutschland regelt § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) die Winterreifenpflicht. Einen festen Zeitraum gibt es nicht. Maßgeblich sind die Wetterverhältnisse: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur mit geeigneten Winterreifen gefahren werden. Wer Firmenautos erst beim ersten Schnee umrüsten lässt, riskiert daher, dass Fahrzeuge an genau diesem Tag stehen bleiben müssen.
Nur noch Reifen mit Alpine-Symbol
Welche Reifen als wintertauglich gelten, legt § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) fest. Winterreifen erkennt man am Alpine-Symbol, einem Piktogramm mit Berg und Schneeflocke. Reifen, die nur die Kennzeichnung „M+S“ tragen und bis 31. Dezember 2017 hergestellt wurden, galten nur noch bis 30. September 2024 als wintertauglich. Diese Übergangsfrist ist abgelaufen.
Gerade bei älteren Reifensätzen im Lager lohnt sich deshalb vor der Saison ein Blick auf die Flanke: Fehlt das Alpine-Symbol, zählt der Reifen in Deutschland nicht mehr als Winterreifen.
Profiltiefe und Verantwortung
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt in Deutschland bei 1,6 mm. Verstöße gegen die Winterreifenpflicht sind bußgeldbewehrt. Nach dem Bußgeldkatalog kann nicht nur die Person am Steuer belangt werden, sondern auch der Halter, der die Fahrt anordnet oder zulässt. Für Unternehmen ist das ein guter Grund, die Umrüstung nicht den einzelnen Fahrerinnen und Fahrern zu überlassen.
Österreich und Deutschland im Vergleich
| Punkt | Österreich (AT) | Deutschland (DE) |
|---|---|---|
| Zeitraum | 1. November bis 15. April, bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen | Kein fester Zeitraum, abhängig von den Wetterverhältnissen |
| Kennzeichnung | „M+S“, „M.S.“ oder „M&S“, auch mit Schneeflockensymbol | Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke) |
| Mindestprofil (Pkw) | 4 mm Radialreifen, 5 mm Diagonalreifen | 1,6 mm gesetzlich |
Checkliste: Reifenwechsel im Fuhrpark planen
Ob fünf oder fünfhundert Fahrzeuge: Der Reifenwechsel wird zum Engpass, wenn alle Termine in dieselben zwei Wochen fallen. Diese Schritte helfen, die Umrüstung rechtzeitig und ohne Ausfälle zu organisieren.
- Bestand prüfen: Welche Fahrzeuge haben eingelagerte Winterreifen, welche fahren Ganzjahresreifen, welche Sätze sind zu alt oder abgefahren? In Deutschland zusätzlich das Alpine-Symbol prüfen.
- Termine früh fixieren: Werkstatt- und Wechseltermine rechtzeitig vor dem 1. November (AT) bzw. vor dem ersten Wintereinbruch (DE) vereinbaren.
- Fahrzeuge einplanen: Besonders bei Poolfahrzeugen muss klar sein, wann ein Auto in der Werkstatt ist und nicht gebucht werden kann.
- Zuständigkeit regeln: In der Car Policy festhalten, wer den Wechsel beauftragt, wer das Fahrzeug bringt und wie Kosten abgerechnet werden.
- Nachweise ablegen: Rechnungen, Einlagerungsbelege und Reifendaten je Fahrzeug an einem Ort sammeln.
- Frühjahr gleich mitplanen: Den Rückwechsel auf Sommerreifen direkt als Folgetermin vormerken.
So unterstützt das digitale Fahrtenbuch von AutoLogg
Ein digitales Fahrtenbuch zeichnet nicht nur Fahrten auf. Mit AutoLogg Pro wird es zur zentralen Stelle für die Organisation des Fuhrparks, auch rund um den Reifenwechsel:
- Erinnerungs-Manager: Termine für TÜV, Reifenwechsel, Service oder Leasingende fahrzeugspezifisch verwalten, wiederholbar und frei konfigurierbar. So werden Reifenwechsel und Werkstatttermine je Fahrzeug vorgemerkt, und der Herbst- und Frühjahrswechsel kommt jedes Jahr automatisch wieder.
- Digitale Fahrzeugakte: Fahrzeugscheine, Versicherungsdokumente, Leasingverträge und weitere Unterlagen je Fahrzeug hochladen. Alles an einem Ort.
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Mehr zu den Funktionen für Flotten finden Sie auf der Seite Fuhrparkmanagement von AutoLogg und in der Übersicht der App-Funktionen. Weitere Fachbeiträge zu Fahrtenbuch und Fuhrpark finden Sie im AutoLogg Blog, etwa zum Sachbezug für E-Firmenautos ab 2027.
Häufige Fragen zur Winterreifenpflicht bei Firmenautos
Ab wann gilt die Winterreifenpflicht in Österreich?
Vom 1. November bis 15. April gilt für Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen eine situative Winterausrüstungspflicht. Bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen müssen in diesem Zeitraum Winterreifen auf allen Rädern montiert sein.
Gibt es in Deutschland ein festes Datum für Winterreifen?
Nein. In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dürfen Kraftfahrzeuge nur mit geeigneten Winterreifen gefahren werden.
Reichen M+S-Reifen noch aus?
In Österreich gelten Reifen mit „M+S“, „M.S.“ oder „M&S“ als Winterreifen, sofern sie die Mindestprofiltiefe haben. In Deutschland gelten seit 1. Oktober 2024 nur noch Reifen mit Alpine-Symbol als Winterreifen.
Wie viel Profil brauchen Winterreifen?
In Österreich mindestens 4 mm bei Radialreifen und 5 mm bei Diagonalreifen (Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen). In Deutschland liegt die gesetzliche Mindestprofiltiefe bei 1,6 mm.
Wie behalte ich Reifenwechsel im Fuhrpark im Blick?
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Fuhrpark entspannt durch den Winter
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Jetzt starten Funktionen für FlottenQuellen: Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (bmimi.gv.at), oesterreich.gv.at, § 102 KFG, § 4 KDV, § 2 Abs. 3a StVO, § 36 StVZO.

